Den diesjährigen Preis für Wissenschaftskommunikation (in Englisch kurz: SciComm Award) erhält Prof. Dr. Marco Trujillo, der in Sozialen Medien nicht nur sein eigenes Forschungsgebiet anschaulich vorstellt, sondern parallel seit zehn Jahren auch die Auftritte unserer Sektion Pflanzenphysiologie und Molekularbiologie (SPPMB) pflegt. Zunächst bei Twitter und nachdem die Plattform verkauft und zu X wurde (@MolPlantSci) und keinen die Wissenschaft fördernden Austausch mehr ermöglichte, bei BlueSky unter @molplantsci, wo er nochmal ein ganz neues Netzwerk aufbaute. „Für dieses langjährige Engagement danke ich Marco außerordentlich“, sagt der Sprecher unserer Sektion, Prof. Dr. Stefan Rensing.
Unsere Sektion dort professionell zu präsentieren gelang Trujillo auch deshalb, weil er nicht nur über die Themen und Tagungen unserer Sektion berichtete, sondern auch die Arbeiten und wissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Kolleginnen und Kollegen vorstellte oder den Themen zu mehr Sichtbarkeit verhalf. Trujillo, der vor kurzem einen Ruf auf die Professur für Pflanzen-Immunbiologie an die Universität Hamburg annahm und damit seine Heisenberg Professur an der RWTH Aachen verließ, wäre es unangenehm, sich dabei selbst in Sozialen Medien in den Vordergrund zu schieben.
„Wichtiger ist es, jeweils herauszukitzeln, was das Neue - und damit was das berichtenswerte an einer Information ist, um dies im Text voranzustellen“, möchte Trujillo angehenden Forschenden als Tipp geben. Durch dieses Herausdestillieren des Kerns einer Botschaft ließen sich auch komplexe Themen in kurzen Sätzen darstellen. Eine Präsenz in Sozialen Medien unterstützt darüber hinaus die eigene Profilierung, findet der Pflanzenforscher. Für sich selbst ein internationales Netzwerk von Kolleginnen und Kollegen desselben Themas über Soziale Medien zu knüpfen helfe einem auch etwa auf Konferenzen leichter ins Gespräch zu kommen, weil man sich ja bereits aus Sozialen Medien „kenne“. Dazu müsse man weder Selbstdarsteller sein noch niedliche Katzenvideos posten.
Auch um in der eigenen Forschungsdisziplin auf dem Laufenden zu bleiben, seien Soziale Medien gut geeignet, findet Trujillo. Möglichweise könnte auch der ein oder die andere Gutachter*in bereits mit einem in Kontakt gewesen sein, gibt der Neu-Hamburger zu bedenken. Trujillos erforscht Ubiquitin-vermittelte Signalwege und Proteolyse in Pflanzen. Diese ermöglichen es Pflanzen u.a. auf Infektionen zu reagieren. Dabei müssen seine Arabidopsis-Pflanzen auch das innere Gleichgewicht aufrechterhalten. Diese molekulare Grundlagenforschung könnte in der Zukunft dazu beitragen, eine nachhaltige Landwirtschaft voranzubringen, weil robustere Pflanzenzüchtungen möglich werden. „Der eigene Auftritt in Sozialen Medien ermöglichte es mir auch, den Studierenden in meinem Labor interessante wissenschaftliche Artikel inkl. Link zur Original-Quelle zu empfehlen“, ergänzt der Forscher. Wer mag, kann dem Ubiquitin-Forscher auf BlueSky folgen @trujillolab.bsky.social oder auf seiner noch im Aufbau befindlichen Website an der Uni Hamburg vorbeisurfen.